Auf gutem Weg – das Seehotel Großräschen

 Das Haus hat Stil, ist elegant, modern, hell, licht und leicht eingerichtet. Die Zimmer groß, mit aller Modernität ausgestattet, die Wände noch etwas blass, Bilder zum Beispiel wären nicht schlecht. Was allerdings für ein 4 Sterne Hotel überhaupt nicht geht, sind eiskalte gekochte Eier aus dem Körbchen. So beginnt kein guter Tag. Die Umgebung lässt langsam ahnen, was hier wohl mit Sicherheit eine touristische Attraktion werden wird: der Großräschener See, einst ein Tagebau , wird bis 2015 voll geflutet sein und dann mit der IBA- Terrasse, der Seebrücke und dem Seglerhafen ein wichtiger Baustein der Lausitzer Seenlandschaft.

Unser Besuch galt dem Restaurant, denn immerhin ist Küchenchef Tobias Vogel einer der 5 Nominierten für den Brandenburger Meisterkoch 2013.

Eine kleine Kostprobe

Ein gelungener Einstieg durch das amuse bouche

foto. jschi
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Eine Buttermilchmousse mit Liebstöckelhaube, Matjestatar und Hornveilchen. Optisch schön, geschmacklich köstlich.

Kleiner Blattsalat mit Mandeln und Pfirsich-Lavendeldressing.

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foto:jschi

Was hier klein genannt wird, entpuppt sich als gewaltige Salatlandschaft. Während wir sonst immer wieder über die Minimalisierung auf deutschen Tellern jammern, erwischt uns hier genau das Gegenteil. Alles aber sehr schmackhaft, sauber und frisch. Eine gute Kombination unter anderem mit Sauerampfer, Brunnenkresse und Wildkräuterelementen. Das Dressing ein sanfter, schmackiger Begleiter.

Maränenfilet auf der Haut gebraten, Leinöl, Paprika-Fenchel Letschow und gebratener Quark

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Der Fisch war Topqualität, innen noch ein wunderbarer Hauch von Glasigkeit, die Haut herrlich kross. Gute Harmonie zwischen der herben Maräne, dem süß-sauren Letschow und dem Hauch von Schaum. Die Buttermilchplinsen ein kleiner Knaller.

 ‚Saalower‘ Spanferkelrücken und Strudel vom Eisbein, Estragon, Rettich,Erbsen

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foto:jschi

Enttäuschung auf der ganzen Linie: der Spanferkelrücken fest und trocken – wer jemals auf Mallorca einen krossen Rücken krachend, knusprig und saftig genossen hat, fragt sich immer  wieder, wie man das eigentlich köstliche Fleisch so unsensibel behandeln kann. Das Eisbeinfleisch geschmacklich gut, die Kruste der Rolle einfach hart. Erbsen und Schoten pur, geschmacklich ok , das Pürée in Röllchen, eine sicher schöne Spielerei, aber eigentlich nur Effekthascherei ohne erkennbare Geschmacksnotwendigkeit.

Der Service aufmerksam, höflich, stilsicher. Die Getränkekarte kann sich warhaftig schmecken lassen.

Für die Region  ist die Küche sicher schon ein Gewinn und bis zur Vollendung der Tourismuslandschaft 2015 dann sicher noch gestandener und gewachsener.