Spielplan Staatsballett Berlin 2026/27

Das neue Programm des Staatsballett Berlin 2026/27 verspricht auch für die kommende Spielzeit besondere Highlights. Intendant Christian Spuck und sein Team präsentieren drei Premieren, darunter eine neue Nussknacker-Inszenierung, ein Abend mit Choreographien von William Forsythe und ein abendfüllendes Werk von Marco Goecke. Sieben Wiederaufnahmen vervollständigen ein breites Repertoire und werden ergänzt durch ein weiter wachsendes Education-Programm, das verschiedenste Publikumsgruppen anspricht. 

Premieren, Repertoire und neue Solotänzer
Kampagnenfoto: Peter Kaaden

In seiner vierten Spielzeit beim Staatsballett Berlin präsentiert Intendant Christian Spuck drei Premieren auf den großen Opernbühnen. Mit Der Nussknacker (27. November 2026, Deutsche Oper Berlin) inszeniert er selbst eine eigens für Berlin geschaffene Produktion, die eine Brücke schlägt zwischen der Wunderwelt der Kindheit und der Realität des Erwachsenwerdens und die der psychologischen und literarischen Tiefe der ursprünglichen Erzählung von E.T.A. Hoffmann nachgeht. Nach dem großen Erfolg des William Forsythe Ballettabends in der Spielzeit 2023/24 präsentiert William Forsythe II (19. März 2027, Deutsche Oper Berlin) weitere ikonische Werke des Ausnahmechoreographen. In Of Any If And und der Artifact Suite lässt sich seine präzise, intellektuelle Bewegungssprache erneut erleben. Die dritte Premiere, Marco GoeckesDer Liebhaber (5. Juni 2027, Staatsoper Unter den Linden) nach dem gleichnamigen Roman von Marguerite Duras, erzählt von der Begegnung einer fünfzehnjährigen Französin mit einem deutlich älteren chinesischen Liebhaber im damaligen Kolonial-Indochina (heutiges Vietnam) und übersetzt die elliptische Erzählweise in eine Bewegungssprache, die den Körper als Medium der Erinnerung, der Begierde und der sozialen Zwänge sichtbar macht.

Im Repertoire verbleiben Fearful Symmetries (Staatsoper Unter den Linden) mit Choreographien von Christian Spuck und George Balanchine, Wunderkammer (Komische Oper Berlin) von Artist in Residence Marcos Morau, Nurejew (Deutsche Oper Berlin) von Yuri Possokhov, Kirill Serebrennikov und Ilya Demutsky sowie das Kindertanzstück Chicxulub oder Der Floh des Teufels (Deutsche Oper Berlin, Tischlerei) von Dominik White Slavkovský. Wieder zurück auf die Bühne kommen Giselle (Staatsoper Unter den Linden) von Patrice Bart, 2 Chapters Love (Staatsoper Unter den Linden) mit Choreographien von Jiří Kylián und Sharon Eyal sowie Bovary (Deutsche Oper Berlin) von Christian Spuck.  
Im Ensemble freuen sich elf Tänzer*innen über Beförderungen. Kalle Wigle ist ab der kommenden Spielzeit Erster Solotänzer, Emma Antrobus, Marina Duarte, Fiona McGee und Leroy Mokgatle werden zu Solotänzerinnen. Jessica Beardsell, Achille de Groeve, Vivian Assal Koohnavard, Yuka Matsumoto, Giovanni Princic, Alicia Ruben und Lewis Turner steigen vom Corps de ballet zu Demi-Solotänzer*innen auf.

Das Education-Programm

Tanz ist KLASSE!, das Education-Programm des Staatsballetts, feiert 2027 sein 20-jähriges Bestehen und präsentiert in der kommenden Spielzeit neben dem gewohnt breiten Programm für Kinder und Jugendliche, Schulklassen, Familien, Erwachsene und Menschen mit Behinderungen mehr Familienvormittage als üblich sowie zusätzlich Tanzworkshops für alle. Im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden (20.09.2026) oder im Anschluss an das Training zum Zuschauen im Foyer der Deutschen Oper Berlin (30.01. und 17.04.2027) können alle Interessierten an einem kostenlosen Tanzworkshop teilnehmen. Außerdem wird mit Futura Danza erstmals ein Workshop für Schwangere oder junge Mütter und Väter mit Babys bis zu 12 Monaten angeboten.   

Rahmenprogramm und digitale Chronik

Einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht weiterhin das Rahmenprogramm durch Premierengespräche und ein Training zum Zuschauen. Möglichkeiten zum Austausch bieten sich im Rahmen der Ballettgespräche, die Ensemble und künstlerisch Beteiligte zum persönlicheren Gespräch laden. Oder beim Forum, in dessen Rahmen gesellschaftliche Themen zum Bühnentanz diskutiert werden.
Die digitale Chronik zur Geschichte des Balletts in Berlin, die seit letztem Jahr online zugänglich ist, wächst und vernetzt sich weiter. Mit der Unterstützung von navigating.art entsteht nun eine eigene, neue Datenbank, die mehr sein wird als eine abstrakte Infosammlung für die Forschung. Um das zu realisieren, wird das Projekt mit den Beständen öffentlicher Archive vernetzt. Ein fachlicher Austausch mit Institutionen wie dem Deutschen Theatermuseum München, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und mit den beiden deutschen Tanzarchiven ist im Gange und weitet die Perspektive der Theaterhistoriographie.

Neue fotgrafische Handschrift

Visuell ist die kommende Spielzeit geprägt von der fotografischen Arbeit von Peter Kaaden. Der Fotograf und Regisseur war mehrere Jahre Photo Director des Rolling Stone Magazine, er lebt und arbeitet in Berlin und Paris und fotografierte die Imagekampagne mit 20 Tänzer*innen aus dem Ensemble.
Intendant Christian Spuck betont mit dem Programm der kommenden Spielzeit die Vielfalt des Tanzes und das Können der Tänzer*innen:  
«In dieser Saison zeigt das Ensemble seine ganze Bandbreite: von technisch brillanten Klassikern über moderne Meisterwerke bis zu zeitgenössischen Kreationen. Jede Produktion eröffnet ihre eigene choreographische Welt, und gemeinsam entsteht ein dynamisches Mosaik, das die Vielfalt, Präzision und Ausdruckskraft des Staatsballetts Berlin sichtbar macht.»

Der reguläre Ticketvorverkauf beginnt am 8. Mai 2026, 12.00 Uhr, Mitglieder des Freundeskreises und Inhabende des TanzTickets können bereits im Rahmen des vorgezogenen Vorverkaufs ab 24. April 2026, 12.00 Uhr Karten erwerben.   
 

Premieren

Der Nussknacker
Choreographie von Christian Spuck
nach der Novelle von E.T.A. Hoffmann
Musik von Peter I. Tschaikowsky
27. November 2026 | Deutsche Oper Berlin

William Forsythe II
Of Any If And Musik von Thom Willems
Artifact Suite Musik von Johann Sebastian Bach und Eva Crossman-Hecht
Choreographien von William Forsythe
19. März 2027 | Deutsche Oper Berlin

Der Liebhaber
Choreographie von Marco Goecke
frei nach Marguerite Duras
5. Juni 2027 | Staatsoper Unter den Linden

Das Spielzeitheft Staatsballett Berlin 2026/27

Artikelfoto: Intendant Staatsballett Berlin Christian Spuck by Eva Radünzel