Kräuter rund ums Jahr

„Mit dem ersten Frühlingsmonat März, begann im alten Rom das Kalenderjahr“, beschreibt Gabriele Meier in ihrem neuen Buch „Magische Kräuterküche“. Ein spannender Titel, der durch Rituale und Rezepte durch das ganze Jahr führt. Und im März ist es das „Ritual zum Ablegen von schlechten Gewohnheiten, Gefühlen oder Gedanken – Bindezauber“. Dazu empfiehlt die Autorin als Rezept Möhren-Bandnudeln mit Gundelrebe. Sie beschreibt ihre Streifzüge durch Wald und Flur und wie sie dabei auf Kräuter und Pflanzen stößt, die sie kenntnisreich sammelt und weiternutzt., wie z.B. die wintergrüne Gundelrebe, die bereits bei den germanischen Völkern als Heil- und Zauberpflanze Verwendung fand.  Als Pflanzenrezept wird die Herstellung von Vogelmieren-Öl beschrieben, das gut zur Hautpflege Anwendung finden kann. Und die ersten, auf dem Frühlingsausflug gefundenen frischen Birkenblätter eigenen sich als Vitaminzusatz auf Käse- oder Quarkbrote, schlägt die Autorin vor.

Alles für die Rituale

Der Aufbau des Buches ist für jeden Monat gleich: Eine Einführung mit Spaziergängen durch die Natur. Damit verbunden Inspiration, magische Momente und das Kräutersuchen für die Rituale des Monats, ebenso für die Rezepte. Das alles geschieht im Rhythmus der Natur und der Mondphasen.
„Komplizierte Rituale oder Formeln wollte ich nicht mehr lernen, sondern einfach alles der Natur ablauschen. Und dem Volk. Denn Volksmagie wurde schon immer betrieben.“
Die für die Rituale, wie „um Lust Liebe neu zu entfachen oder zu vertiefen“ (Monat Mai) benötigten Materialien, werden ausführlich in ihrer Anwendung beschrieben. Alles für eine romantische Nacht mit einem Rezept zum Ritual, in diesem Fall für Hopfenspagetti.

Die Struktur des Buches

Jahreszeitlich beginnt das Buch am 1. Februar. „In vorchristlicher Zeit haben die vier großen Kreisfeste Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain jeweils den Beginn einer neuen Jahreszeit markiert.“ Und so unterteilt die Autorin auch die Hauptkapitel, die sie dann in den weiteren Kapiteln in die Monate aufteilt. Hier erklärt Gabriele Meier mit auch die energetischen Kräfte der  z. T. außergewöhnlichen Pflanzen, die zur Anwendung kommen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, ob für die Gesundheit, Schönheit oder Entspannung. Und wer die Rezepte nachkocht, findet in den Speisen puren Genuss. Egal ob Kornblüten- oder Klatschmohnblütenblätter (bei Lachs auf Klatschmohn), Gänseblümchenblätter zum Lärchen- Quark, oder Lindenblüten, Lavendel und Bärlauch in den Rezepten verwendet werden, sie machen die Speisen zu Köstlichkeiten. Zwar sind einige Zutaten, wie Lärchenschösslinge zwar bei den magischen Eigenschaften beschrieben, als Schutz gegen Schuldgefühle, aber weder im Sach- noch im Rezeptregister sind sie zu finden.

Fazit

Trotzdem ein hilfreiches Nachschlagewerk, dass durch das magisch Jahr führt. Jede beschriebene Zeit des Buches verfügt über bezaubernde Illustrationen, die durch Fotos ergänzt werden. Eine großzügige Gestaltung, die die Lesefreude fördert.
Die Gerichte sind appetitanregend gestaltet und machen Lust, sie nachzukochen. Und wenn der Benefit darin besteht, Körper und Geist durch die Magie und Energien der Speisen zu kräftigen, macht das auch viel Spaß.

Die Autorin

Gabriele Meier verspürte bereits von Kindesbeinen an eine Leidenschaft für die Natur, ihre Kräuter und
deren heilende Wirkung. Auch im Erwachsenenalter behielt sie ihr Hobby bei und vertiefte ihr Wissen
durch ein Studium zur Herbalistin in Großbritannien. Auf ihren beliebten Kräuterwanderungen, in
Seminaren und Workshops sowie in ihrem Blog »earthwitch« gibt sie ihr Know-how weiter. Seit über
20 Jahren lebt und arbeitet die Autorin in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein.

Gabriele Meier
Magische Kräuterküche
Rituale und Rezepte für das ganze Jahr
320 Seiten, farbige Abbildungen

Penguin Random House / Kailash Verlag,
ISBN: 978-3-8094-5173-0

Artikelfoto: Lachs auf Klatschmohn, alle Fotos aus dem o.g. Buch, gab