Endlich in Berlin – Brancusi

Seit über 50 Jahren zeigt die Neue Nationalgelerie die erste umfassende Werkschau des Ausnahmekünstlers Constantin Brancusi. Während Constantin Brancusi mit seinen Werken in Frankreich sehr populär ist, blieb der Künstler in Deustchland bisher ein Geheimtipp. Die Ausstellung (bis zum bis 9. August 2026) soll nun endlich dem Künstler auch in Deutschland die ihm gebührende Wahrnehmung verleihen.

Constantin Brancusi

Constantin Brancusi (1876–1957) gilt als Begründer der modernen Skulptur. Nach akademischen Anfängen in Rumänien fand der Bildhauer um 1907 in Paris zu einem eigenen Stil. Seine organischen bis auf das Wesentliche reduzierten Skulpturen machen ihn zum Vorreiter der skulpturalen Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert. Brancusis stetige Suche nach einem künstlerischen Ideal manifestiert sich in den formalen Variationen weniger Motive und dem Spiel mit wechselnden Materialien und Oberflächen. Teilweise über Jahrzehnte hinweg entwickelt er seine Themen weiter. Oft geht dies mit einem zunehmenden Abstraktionsprozess einher. Das Fragmentarische und eine radikale Vereinfachung der Form sind zentrale Elemente seiner Kunst.

Schlummernde Muse
Die Ausstellung

Neben Hauptwerken wie „Schlummernde Muse“, „Der Kuss“, „Vogel im Raum“ oder die „Unendliche Säule“ zeigt die Ausstellung erstmals außerhalb von Paris eine Teilrekonstruktion des berühmten Ateliers von Brancusi. Das Ensemble, das der Künstler 1957 dem französischen Staat vermacht hatte und heute zum Centre Pompidou gehört, gilt als Schlüssel zum Verständnis seines Werkes, als Laboratorium der Form und unmittelbares Zeugnis seines Schaffensprozesses.
Mit über 150 Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Filmen und bisher kaum gesehenen Archivmaterialien aus dem Centre Pompidou wie aus weiteren privaten und öffentlichen internationalen Sammlungen, präsentiert die Ausstellung den bisher umfangreichsten Überblick über das vielseitige Schaffen einer der bedeutendsten Bildhauer*innen des 20. Jahrhunderts.

Die Sonderausstellung der Neuen Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Kooperation mit dem Centre Pompidou, Paris, wurde kuratiert von Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, und Maike Steinkamp, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie, mit Ariane Coulondre und Valérie Loth, Kuratorinnen am Centre Pompidou, Paris. Kuratorische Assistenz: Nikola Richolt.

Das Atelier war Lebensraum des Künstlers

Ab den 1920er-Jahren präsentiert Brancusi seine Werke vorrangig in seinem Atelier in der Impasse Ronsin in Paris. Es ist für ihn nicht nur ein Ort der Arbeit, sondern gleichermaßen Ausstellungs- und Lebensraum. Als Herzstück der Retrospektive zeigt dieser Atelierraum Brancusis Werkzeuge, Möbel und Kunstwerke – ergänzt durch eine umfangreiche Auswahl an historischen Objekten, Dokumenten, Fotografien und Filmen, die gleich einer illustrierten Biografie von Arbeit und Leben des Ausnahmekünstlers

Brancusi entwickelte seine eigene, caharakteristische Handschrift, nachdem er kurze Zeit bei Rodin arbeitete. Die Reduktion auf das Wesentliche in seiner Formensprache wurden zu seinem Markenzeichen. Dazu polierte Veredlungen, so dass sich in den Objekten die Umgebung wiederspiegelte. „Leda“ (1926), polierte Bronze auf einem Sockel aus Neusilber, schwarzem Mamor und Granit präsentiert in einer besonderen, abegdunkelten Rotunde der Ausstellung, zeigt das deutlichst.

Brancusi
Eine Sonderausstellung der Neuen Nationalgalerie – Stiftung Preußischer
Kulturbesitz in Kooperation mit dem Centre Pompidou, Paris
Neue Nationalgalerie, Ausstellung bis zum bis 9. August 2026
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin
Di – Mi 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Fr – So 10 – 18 Uh

Artikelfoto: Neue Nationalgalerie und alle Fotos der Seite: gab