Ein Samstag im August

Der August diesen Jahres ist vorbei. Aber der Roman „Ein Samstag im August“ könnte auch an einem ganz anderen Tag und in einem anderen Monat handeln. Der Roman führt in den Norden und beschreibt eine ganz normale Familiengeschichte. Nicht ganz, denn die Geschichte betrifft drei Generationen, ihren Alltag mit seinen Problemen und auch Geheimnisse, die über die Jahre eben geheim blieben. In ihrem ersten Roman beschreibt Birgit Bachmann, wie Mutter und Oma Siegrid, Elvira und Mona, ihre Töchter, Schwiegertochter Kathi, Schwiegersohn Jobst, Enkelin Frida und Enkel Fiete in einer kurzen Zeit -eben von August bis zum Herbst – ihr Leben zu hinterfragen. Wer kenn das nicht, dass während einer Autofahrt doch so manches Thema angesprochen wird und zu tieferen Fragen führen? Und so nimmt mit der Fahrt von Elvira und Jobst zu ihrer Mutter das Hinterfragen der Familie ihren Anfang. In den folgenden Kapiteln offenbaren sich Probleme der Protagonisten, übergreifende Vernetzungen aber auch bisherige Geheimnisse. Sollen sie jetzt endlich zur Sprache kommen, ausdiskutiert werden? Die Antwort ist ja und mit der Offenlegung passiert etwas mit Jeder der Hauptpersonen. Sie finden auf Fragen Antworten, finden zu sich selbst. Sie sind dann von sich überrascht, dass sich ihre neue Offenheit in der Familie in ihr weiteres Leben überträgt und dass das durchaus ein gutes Gefühl macht.

Fazit

Das Buch liest sich fließend. Die Hauptpersonen werden je nach Kapitel benannt und so bleibt die Familienstruktur weitgehendst übersichtlich. Zwar hat man auf den 250 Seiten manchmal das Gefühl, es müssten noch mehr folgen, so viel inhaltliche Weichen könnten bedient werden. Aber auf alle Fälle gibt das Buch Anregungen, die eigene Familiengeschichte einmal genauer zu betrachten und „Teppiche umzuschlagen“. Das soll heißen, Probleme, die bisher unter den Teppich gekehrt wurden aufzudecken und zu „behandeln“.
Birgit Bachmann vergleicht die Familie mit einer Flickendecke, die mal kratzt, zudeckt und Luft zum Atmen nimmt, aber dann auch wieder die „Fantasien färbt“, tröstet und einen in die Kindheit versinken lässt.

Die Autorin

Birgit Bachmann wurde im Raum Stuttgart geboren und ist an der Nordseeküste aufgewachsen. Sie hat Germanistik, Philosophie, Ethnologie und Kunstgeschichte studiert, hat in der Werbebranche gearbeitet und Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Sie lebt in der Nähe von Bielefeld. »Ein Samstag im August« ist ihr erster Roman.

Brigitte Bachmann
Ein Samstag im August

Roman, Hardcover, mit Schutzumschlag, 256 Seiten,
Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-76364-1

Artikelfoto: Tyli Jura auf Pixabay