Zum Ende der Spielzeit 2024/25 zeigt das Staatsballetts Berlin an dem eindrucksvollen Ballettabend zwei Stücke: Die Premiere „Gods and Dogs“ von Choreografen Jiří Kylián und die Wiederaufnahme „Angels‘ Atlas“ von Crystal Pite.
Die Auswahl beider Stücke von Ballettchef des Staatsballetts Berlin, Christian Spuck, für den namensgebenden Abend „Gods and Dogs“ ist gut gewählt, thematisieren sie doch beide das Außerirdische, das Göttliche und das Engeldasein.


„Gods and Dogs“ von Jiří Kylian
„In jedem von uns steckt etwas Göttliches und Animalisches. „Gods and Dogs“ ist ein Werk, das sich mit dem Phänomen dieser zwei Pole befasst. In uns allen gibt es einen gewissen Anteil an tierischen verhalten, und ebenso existiert vermutlich ein anderer Teil, der nach höheren Sphären, vielleicht nach Spiritualität strebt. Es scheint mir, dass unsere Aufgabe dar in besteht, eine Balance zwischen diesen beiden Polen zu finden.“

Das äußert Choreograf Jiří Kylián im Programmheft. Und dann tanzen vier Paare nach der Musik von Beethovens Streichquartett Nr.1 und den Klängen von Dirk Haubrich. Mal harmonisch, sanft und liebevoll, dann wieder hart, kraftvoll, herausfordernd. Liebe und Triebe? Der Dog immer präsent auf der Leinwand, begleitend oder verfolgend? Dem wechselnden Rhythmus der Tanzenden angepasst. Alles wird begleitet von einem weiteren Hingucker. Ein silbriger Fadenvorhang schwingt mit dem Tanz der Paare und schafft in seinem gleichmäßigen, wiegenden Takt einen Kontrast zu ihrer Choreographie, die in getanzter Perfektion zwischen Normalität, Verzweiflung und Ektase wechselt. Faszinierend und nachdenklich stimmend. Ganz nach dem Struktur des weltbekannten Choreographen.
„Gods and Dogs“
Choreographie und Inszenierung Jiří Kylián
Musik (Konzept) Jiří Kylián
Musik Dirk Haubrich / Ludwig van Beethoven
Computergesteuerte Projektion Daniel Bisig / Tatsuo Unemi
Videoprojektion Dag Johan Haugerud / Cecilie Semec
Kostüm Joke Visser
Bühne Jiří Kylián
Licht Kees Tjebbes
Einstudierung Urtzi Aranburu
„Angels‘ Atlas“ von Chrystal Pite

Die Wiederaufnahme von „Angels‘ Atlas“ des Staatsballett von der kanadischen Choreographin Crystal Pite, füllte den zweiten Teil des Ballettabends. Die Kompanie tanzt mit 35 Engel zu der Musik von Owen Balton, Peter Tschaikowski und Morten Lauridsen. Die Musik von Tschaikowski und Lauridsen läßt eine fast göttliche Atmosphäre entstehen, unterbrochen von disharmonierenden Klangeinlagen. Die Lichtinstallation, die in die Weite der Galaxien entführt, verstärkt dieses Gefühl. Man fühlt sich zwischen Himmel und Erde. Irdisch fühlen sich die rhythmischen Bewegungen des Ensembles an, das Leben verkörpernd. Mal in Gruppen oder im Duett, und sich wieder auflösend. In der Kombination aus Licht und Tanz zeigt die Choreographie den Lebenskampf – hier von Engel. Bis zum ihrem Tod.
„Angels‘ Atlas“
Choreographie Crystal Pite
Musik Owen Belton
Zusätzliche Musik Peter I. Tschaikowsky / Morten Lauridsen
Reflective Light Backdrop Concept Jay Gower Taylor
Reflective Light Backdrop Design Jay Gower Taylor / Tom Visser
Bühne Jay Gower Taylor
Licht Tom Visser
Kostüm Nancy Bryant
Choreographische Assistenz und Einstudierung Spencer Dickhaus
Beide Stücke begeisterten mit Standing Ovationen. Wer diesen Ballettabend – weil immer ausverkauft – nicht genießen konnte, darf in der kommenden Spielzeit gleich im September 2025 auf Karten und diesen Ballettgenuss hoffen.
Premiere: „Gods and Dogs“ 28. Juni 2025
weitere Termine:
Freitag, 18. Juli 2025 19:30 Uhr
Sonntag 14. Sep. 2025 19:00 Uhr
Freitag, 19. Sep. 2025 19:30 Uhr
Sonntag, 21. Sep. 2025 15:00 Uhr
Sonntag, 21. Sep. 2025 19:00 Uhr
Mittwoch, 24. Sep. 2025 19:30 Uhr
Freitag, 26. Sep. 2025 19:30 Uhr
Dienstag, 30. Sep. 2025 19:30 Uhr
Ort: jeweils in der Staatsoper Unter den Linden, Berlin
Artikelfoto: Gods and Dogs, Michelle Willems und Matthew Knight; Yan Revazov