Alpine Genusskultur – Alpbachtal Qriginals

Ginge es nach mir, dann erhält Christian Winkler 2027 wieder einen Guide MICHELIN Stern. Zusammen mit seinem Bruder erhielt er bereits diesen Ritterschlag, er hatte Fernsehpräsenz bei der VOX-Show „Kitchen Impossible“ und zeigte sein kulinarisches Wirken in diversen Gourmetrestaurants.

Natürlich gehört er zu den bekanntesten und besten Köchen Tirols, aber es gibt für ihn einen weiteren Anspruch, den er mit Begeisterung und Leidenschaft lebt.
Christian Winkler hat seine Passion als Gastgeber entdeckt. Zum „Alpbachtal Qriginals“ Abend übernahm er die Rolle des kulinarischen Gastgebers. Und die wunderbaren Gastgeber der Location an dem tollen Sommerabend waren Katharina und Josef Hechenberger. Eine wunderbare Symbiose von Kulinarik und Ambiente auf ihrem Oberhaslachhof.

Gäste und Produzenten an einem Tisch

Die Idee, regionale Produkte, deren Produzenten und traditionelles Handwerk an einen „runden Tisch“ zu bringen, entwickelte Geschäftsführer Wolfgang Kostenzer vom Tourismusverband Alpbachtal mit seinem Team.

Filetirmeister Christan Winkler

Um es vorweg zu nehmen: der Abend wurde Dank der Organisatoren und der persönlichen,  Art der Gastgeber zu einem großen Erfolg. Das hört sich immer etwas trivial an, aber die gesamte Atmosphäre, die lockeren Begegnungen mit den verschiedenen Produzenten und die unterschiedlichsten Kontakte an diesem Abend kann nur als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Musikalisch mit Tiroler Melodien von „Freiklang 3“ begleitet, gelang dieser Erlebnisabend einfach mit seinen Überraschungen:

Da wurde beim Workshop die Zubereitung der Tiroler Traditionsspeise Kaspressknödeln gezeigt und wer wollte, konnte sich beteiligen.
Christan Winkler filetierte frische Forellen und verriet den Anwesenden dabei Profitipps. Nikolaus Moser
(Vitikultur Moser) präsentierte seine hervorragenden biodynamischen Weine. Ob Rot- oder Weißwein, bei der Angebotsvielfalt war es schwierig, einen Favoriten zu wählen.

Zwischendurch wurde „diverse Happen“ handmade von Christian Winkler gereicht. Wobei das Wort „Happen“ besser durch Feinschmecker-Leckereien ersetzt werden muss: 


Erdäpfel Bonbon mit Kräutermayo,
Hausgemachtes Kürbiskerne, Radieschen, Knäckebrot,
Mini-Kaspressknödel im Salatbett,
Lachsforellen-Verhackertes mit Kren (Meerettich)
Hausgemachtes Spanferkelssülzerl,
Mini-Selleriesalat mit gepökeltem Eidotter,
Kaltes Gemüsesüppchen,  

In dem gut sortierten Hofladen von Katharina Hechenberger standen hausgemachte Produkte wie Brote, Marmeladen oder Chutneys ebenso zur Auswahl, ebenso ausgesuchte Spezialitäten aus dem Alpbachtal. Der Oberhaslachhof heißt auch Feriengäste willkommen und so werden Urlaub auf dem Bauernhof und regionale Küche zusammengebracht. 

Mit Sonnenuntergang zelebrierte Janette Klausner von der Prügeltorten Manufaktur ein Stück Tiroler Kulturerbe am offenen Feuer. Vorfreude beim Entstehen der Prügeltorte: Ein Teig aus Butter, Eiern, Zucker und Mehl wird ähnlich wie beim Baumkuchen am drehenden „Prügel“ aufgetragen. Das Ergebnis, ein süßer Kuchen, den zu probieren dann sehr große Freude macht.   

Alpine Genusskultur neu erlebbar

Aber noch vor dem Sonnenuntergang gab es ein kulinarisches Feuerwerk, das Augen und Gaumen in einen regelrechten Taumel versetzte. In dem servierten Dreigang-Menü vereinte Christian Winkler alle Komponenten der Region zu einem Kunst- und Meisterwerk. Die Unterhaltungen stockten an der fürstlich gedeckten Tafel. Auf den Tellern präsentierte sich die ganze Produktvielfalt der Alpachtalregion: Die Forelle frisch aus dem Bach, das Bauernhendl artgerecht gehalten vom Nachbarhof, Kapuzinerkresse und Kräuter aus der Umgebung, u.s.w..

Und so überraschte das Albachtal-Menü à la Christian Winkler dann im Detail:
– Tatar von der fangfrischen Forelle mit Kapuzinerkresse, roten Rüben und Kren
– Saftiges Bauernhendl vom offenen Feuer mit gefüllten, im Ofen karamellisieren Zwiebeln und Gartenkräuter-Sauce
– Bauerntopfen-Holundercreme mit Buttermilcheis, Sauerklee und Ribiseln (Johannisbeeren)

Alternativ das vegane Menü
– Rote-Rüben-Tatar mit Kren & Kapuzinerkresse
– Gefüllte, im Ofen karamellisierte, Zwiebel mit Gartenkräuter-Sauce
– Geeistes Holunderblüten- „Süppchen“ mit Beeren-Sorbet

Alle Speisen des Menüs begleiteten, akribisch von Nikolaus Moser ausgewählt, korrespondierende Weine von Vitikultur Moser:

Aperitif
Grapes & Herbs Prickelnd BIO
Sekt Blanc de Blancs extra Brut BIO 2021
1.  Gang
Grüner Veltliner Gebling BIO 2022
Chardonnay Gebling BIO 2024
2.  Gang
Pinot Noir Gebling BIO 2021
Zweigelt Hedwighof BIO 2023
3.  Gang
Pinot Blanc Beerenauslese BIO 2022

Wertschätzung für regionale Produzenten

An diesem Abend brachte Christian Winkler nicht nur besondere, kulinarische Kompositionen auf den Teller. Als kulinarischer Gastgeber regte er auf dem Oberhaslachhof mit seinem Menü gleichzeitig die Unterhaltung über seine Speisen an und damit den Austausch zwischen Gästen und den Produzenten. In seinem Chef`s Table in Rattenberg verfolgt der Starkoch genau diese Philosophie: „Ich bin ganz persönlich für meine Gäste da. Wer möchte, kann nach Lust und Laune Fragen stellen…“, also Unterhaltungen führen, wobei die kreierten Speisen „nur“ Gesprächsthemen anstoßen.  
Für die Zukunft sieht der Plan vor, in den Speisekarten der Region die regionalen Speisen mit einem Herkunftsnachweis der Lieferanten und Bauern zu versehen. Eine neue Wertschätzung für die Kulinarik mit ihrer lokalen Handwerkskunst und den regionalen Produkten. 

Geeistes Holunderblüten- „Süppchen“ mit Beeren-Sorbet
Ein kleines Fazit

Es sind die besonderen Momente, die einfach bleiben. An diesem Abend war es das Zusammenspiel einer außergewöhnlichen Kulinarik mit ausgesprochen qualitativ hochwertigen regionalen Zutaten, die Gespräche mit den Machern und die gemeinsame Freude des sich gegenseitig Kennenlernens. Die Kulisse passt in jeden Film und ist doch real im Alpbachtal.
Vielen Dank für die Herzlichkeit und Gastlichkeit für dieses bleibende Erlebnis. 

alle Fotos der Seite: eub

Die kulinarische Erlebnistour fand auf Einladung des Alpbach Tourismus statt, spiegelt aber die persönliche Meinung der Autorin wieder.