Ein brillanter Ballettabend – Fearful Symmetries

Der großartige Ballettabend endete mit großem Applaus und Standing Ovations. „Fearful Symmetries“ an der Staatsoper Berlin teilt sich in zwei sich doch ergänzende Stücke.  Symmetrie wird in Symphony in C von George Balanchines und in „Fearful Symmetries“ von Christian Spuck jeweils in eigenen und sehr unterschiedlichen Formen interpretiert.

Symphony in C

Iana Salenko und Ensemble, Foto: Carlos Quezada

Der Himmel tat sich auf, als sich der Vorhang hob. Ganz in blau die Kulisse. Dann die ersten Tänzerinnen: ganz in weiß, in klassischen Tutus (Elsie Lindström). Wie weiße Wölkchen. Nein, nein, es ist viel mehr, was sich an diesem Abend auf der Bühne offenbart. Hier zeigt sich in vier Sätzen höchste Virtuosität der Solisten und des gesamten Ensembles des Staatsballetts Berlin.
Jeder Satz besticht durch die symmetrische Choreographie. Balanchine verzichtete auf eine Handlung und konzentrierte sich auf die auszuführende Präzision der Akteure.
Jeweils verschiedene Solistenpaare tanzen zusammen mit dem Corps de Ballet.
Die Musik gibt den Takt, getanzt werden symmetrische Formen: im ersten Satz (Allegro vivace) kraftvoll und temporeich, Adagio melancholisch und emotional, im dritten Satz (Allegro vivace) wieder feurig und im letzten Satz (Allegro vivace) findet sich das gesamte Ensemble (50 Tänzer*innen) zu einem opulenten Finale.
Ursprünglich benannte Balanchine sein neoklassisches Meisterwerk Le Palais de Cristal (Der Kristallpalast). Ja, dieses Stück funkelt und glitzert, schillert und zeigt eine überwältigende Strahlkraft des gesamten Staatsballetts.  

Révérence des Corps de Ballet, Foto: gab

Symphony in C
Choreographie  George Balanchine
Musik  Georges Bizet
Kostüme  Elsie Lindström
Licht  Irene Selka
Einstudierung  Sandra Jennings
Musikalische Leitung  Paul Connelly mit der Staatskapelle Berlin

Solopaar 1. Satz  Iana Salenko und David Soares,
Solopaar 2. Satz  Polina Semionova und Martin ten Kortenaar,
Solopaar 3. Satz  Marina Duarte und Jack Easten,
Solopaar 4. Satz  Haruka Sassa und Kalle Wigle,
und Tänzer*innen des Staatsballetts Berlin

Fearful Symmetries

Dominik White Slavkovský, Ross Martinson, Weronika Frodyma, Jan Casier, Foto: Carlos Quezada

Ganz anders dann das neue Stück von Staatsballett-Intendant Christian Spuck. „Fearful Symmetries“ zur Musik des Amerikaners John Adams. Hier hat eine Handlung ausschließlich der Aufgabe, die Symmetrie zu stören. In historisch anmutenden aber doch mehr Phantasie-Kostümen (Emma Ryott) sind die Queen (Weronyka Frodyma), ihr Lover (Erick Swolkin mit seinem Rollendebüt), Jester, der Narr (Ross Martinson) und ein Alchemist (Dominik White Slavkovský) die Störenfriede. Symbolisch jagen sie der Macht, symbolisiert durch eine goldene Kugel, hinterher und versuchen die präzise Choreographie des Corps de Ballet (im modernen Outfit) parallel zu erschüttern. Schnell, rhythmisch sehr energetisch tanzen die Formationen des Ensembles zusammen, dann sich wieder auflösend. Es passiert viel auf der gesamten Bühne. Bewegungen und Tempo in alle Richtungen. Und das angefeuert von der Musik.
Die musikalische Leitung des Abends mit der Staatskapelle Berlin stand unter Paul Connelly, der weltweit als einer der renommiertesten Ballettdirigenten anerkannt ist.
„Die präzise Rhythmik, kombiniert mit der vielschichtigen Instrumentierung erinnert mich an die Komplexität des Lebens, an die Kontraste zwischen Hektik und Momenten der Ruhe. Es geht mir aber nicht darum, dies auf der Bühne abzubilden. Ich möchte diese Gegensätze auf der Bühne erlebbar machen, indem ich die Dynamik der Musik nutze,“ so Christian Spuck. Und das ist choreographisch, die Symmetrie aufhebnd, grandios gelungen.

Révérence des Corps de Ballet, Foto: gab

Fearful Symmetries
Choreographie  Christian Spuck
Musik  John Adams
Bühne  Rufus Didwiszus
Kostüme  Emma Ryott
Licht  Irene Selka
Musikalische Leitung  Paul Connelly mit der Staatskapelle Berlin

Queen  Weronika Frodyma,
Jester  Ross Martinson,
Lover  Erick Swolkin,
Alchemist  Dominik White Slavkovský,
Martin ten Kortenaar/ Polina Semionova,
Matthew Knight / Michelle Willems,
Cohen Aitchison-Dugas / Leroy Mokgatle
und Tänzer*innen des Staatsballetts Berlin

Resumé

Insgesamt ein wunderbarer, aktionsreicher Ballettabend, der höchste künstlerische Professionalität präsentiert. Ballett-Genuss für jeden einzelnen Zuschauer.
Berechtigter, anhaltender Applaus, Standing Ovations nach beiden Stücken.

Weitere Aufführungen des Ballettabends Fearful Symmetries
Staatsballett Berlin, Staatsoper Unter den Linden Berlin
11.,13.,14.,28. und 30. Juni 2026
2. und 6. Juli 2026
12.,14.,18., 21. und 28. Februar 2027

Artikelfoto: Staatsoper Unter den Linden, gab