Die Berlin Art Week feiert in diesem Jahr ihr 15. Jubiläum. Vom 9. bis 13. September laden mehr als 300 Veranstaltungen, darunter über 100 Ausstellungseröffnungen, zum Besuch ein. In 125 Museen, Privatsammlungen, Projekträumen, Galerien und auf der Kunstmesse Positions Berlin Art Fair werden aktuelle Entwicklungen der Gegenwartskunst präsentiert und Berlin somit zur Bühne für zeitgenössische Kunst. Zentraler Treff- und Infopunkt des stadtweiten Kunstfestivals ist der ›Berlin Art Week Garten‹—dieses Jahr zu Gast am Kulturforum, mit Standorten an der Neuen Nationalgalerie und der Gemäldegalerie. Die gesamte Festivalwoche über erwartet Besucher*innen dort ein breites Programm aus Talks, Performances, Workshops, Filmscreenings, und DJ-Sets, unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt.
Die Woche im Überblick
Mittwoch, 9. September : Festivalauftakt mit stadtweiten Eröffnungen
Zum Auftakt öffnen die Institutionen der Stadt ihre neuen Ausstellungen. Gruppenausstellungen widmen sich den großen Themen unserer Zeit: geteilte Geschichte, Migration und die Beziehungen zwischen Berlin und dem europäischen Osten. So blickt der Gropius Bau mit ›Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960‹ auf die Geschichte migrantischer Communities im Kiez. Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) und der Schinkel Pavillon eröffnen gemeinsam ›Projektionen auf den Osten‹, während die Akademie der Künste in ›Metaxy: Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau‹ den Blick auf gesellschaftliche Umbrüche richtet. Große Einzelpräsentationen gibt es mit Maurizio Cattelan in der Neuen Nationalgalerie, Lucia Tallová im PalaisPopulaire, oder Arash Nassiri bei Fluentum.
Donnerstag, 10. September: Kunstmarkt mit Positions und Gallery Night
Zentral versammelt die Positions Berlin Art Fair über 90 internationale Galerien aus rund 20 Ländern in den Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Galerien aus der Türkei. Dezentral beteiligen sich 54 Berliner Galerien mit Neueröffnungen an der Gallery Night und bis Sonntag mit Sonderöffnungszeiten. In den Wilhelm Hallen in Reinickendorf zeigen Berliner Galerien und Institutionen mit ›Hallen 07‹ eine 9.000 Quadratmeter große Gruppenausstellung. Der VBKI-Preis Berliner Galerien zeichnet das Programm junger Berliner Galerien aus, die Preisverleihung findet am Freitag im PalaisPopulaire statt: Auf der Shortlist stehen in diesem Jahr die galerie burster, Gallery Gudmundsdottir und Super Super Markt.

Freitag, 11. September: „Featured Night“
In der Sektion ›Featured‹ werden rund 30 von einer Jury ausgewählte Projekträume und Sonderinitiativen präsentiert. Sichtbar werden dabei unterschiedliche Stimmen an neu zu entdeckenden Orten: internationale Namen, aber auch Kunststudent*innen und Initiativen der freien Szene. Die Sektion führt an unkonventionelle Orte: von einer Suite im Hotel Adlon Kempinski, wo Sunny Pudert zu Lesungen und Performances einlädt, über das historische Kochhaus der DRK Kliniken Berlin Westend, wo Lu Yang die Videoarbeit ›Doku: Triage‹ zeigt, über den U-Bahnhof Hermannplatz, wo Passage mit Udo Kittelmann eine Videoinstallation von Carsten Höller präsentiert, bis in das Reethaus, wo Hans Ulrich Obrist gemeinsam mit dem Soundwalk Collective zur Hörerfahrung ›The Ear is the Eye of the Soul‹ einlädt. Höhepunkt ist die ›Featured Night‹ am Freitagabend mit stadtweiten Eröffnungen, Performances und Partys bis in die Nacht.
Samstag, Sonntag, 12. – 13.September: Open Houses, Performances, Meet the Artist
Im Rahmen von Open Houses öffnen renommierte Privatsammlungen ihre Türen, ganz ohne Voranmeldung. Zudem gibt es bei ›Discovering Collections!‹ die Möglichkeit, an Rundgängen durch sonst nicht öffentlich zugängliche Privaträume von Berliner Sammler*innen teilzunehmen.
Zum Wochenende laufen die Performance-Reihen des Festivals zu Hochform auf: ›Perform!‹ ist bis Sonntag auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie zu erleben ›Alternde Meister‹ von Ersan Mondtag und Nadim Samman bringen eigens zur Berlin Art Week als Produktion des Berliner Ensembles Performances in die Gemäldegalerie. Am HAU Hebbel am Ufer feiert Sophia Süßmilch mit ›Etwas Schreckliches wird passieren: Die Menschenfresserin‹ und Theresa Reiwer mit ›Internet Explorer‹ gleich zwei Premieren. Mit Klang-Performance dabei ist zudem JJJJJerome Ellis, der im Haus am Waldsee Stottern, Stimme und Schwarze musikalische Traditionen in Performance verwebt. Als letzter großer Akt lädt die haubrok foundation am Sonntag zu ›Another Sunday Afternoon for Berlin Art Week‹ zu einem ganzen Tag voll Performances.
Internationale Kunstszene

Über die gesamte Festivalwoche und alle Sektionen hinweg machen nationale und internationale Künstler*innen die Vielfalt der Berliner Kunstszene sichtbar: Ryuichi Sakamoto im Hamburger Bahnhof, Jeewi Lee in der Berlinischen Galerie, u. a. Forensic Architecture und Emeka Ogboh im Haus der Kulturen der Welt zur Berlin Edition der Bienal de São Paulo, Carrie Mae Weems bei C/O Berlin und Galerie Barbara Thumm, Gregor Hildebrandt bei Wentrup, Wu Tsang bei Bortolozzi, Rachel Seidu bei Between Bridges, Matt Browning im Mies van der Rohe Haus, Julius von Bismarck und Tuan Andrew Nguyen bei Esther Schipper, Florentina Holzinger im Kino International, Jeremy Shaw bei Galerie Neu, Martin Margiela bei Konrad Fischer Galerie, Robert Rauschenberg bei Bastian oder Izabella Gustowska bei Kvost—Kunstverein Ost.
Das gesamte Programm findet sich im Programmkalender auf berlinartweek.de; zudem liefert der Berlin Art Week Newsletter während der Festivalwoche jeden Morgen die Tages-Highlights. Damit Besucher*innen der Berlin Art Week den Überblick behalten, erleichtert die interaktive Map die Orientierung.
15 Jahre Berlin Art Week
„Von Beginn an verstehen wir die Vielfalt und Dezentralität der Berliner Kunstszene als Stärke: Wir schaffen Sichtbarkeit für unterschiedliche Positionen und Orte und eröffnen als Publikumsfestival vielfältige Zugänge zur zeitgenössischen Kunst“, so Simone Leimbach, Leiterin Abteilung Ausstellungen und Veranstaltungen, Kulturprojekte Berlin zum Jubiläum der Berlin Art Week.
Das limitierte Booklet zum 15. Jubiläum der Berlin Art Week ist während der Festivalwoche im Berlin Art Week Garten erhältlich. Auf 128 Seiten zeichnet die Publikation in Essays, Interviews und Bildstrecken die Entwicklung der Berlin Art Week in den vergangenen 15 Jahren nach, wirft einen Blick auf den Status quo und wagt einen Ausblick auf die Zukunft der Kunststadt Berlin. Mehr als 50 Stimmen aus der Berliner Kunstszene teilen ihre persönlichen Perspektiven.
Beitragsbild: Lesia Vasylchenko, Chronosphere,2024,Istvan Virag, Kunsthalle Oslo