Weltkultur in Österreich kulinarisch transformiert

Haben Sie sich bereits einmal vor einem Kunstwerk stehend überlegt, wie das kulinarisch übersetzt aussehen und dann schmecken könnte? In Österreich ließen sich im Rahmen der Aktion „eatArtists“ Künstler*innen von international bekannten künstlerischen Arbeiten der Kunstgeschichte inspirieren und transformierten sie in ihr Medium. Das Resultat: Es entstanden essbare, sprich kulinarische, Kunstwerke in einer neuen Kunstdimension.

Kultur- und Kulinarikland Österreich

„Kunst und Kulinarik sind in Österreich keine getrennten Welten: Beides lebt davon, dass jemand die Konvention infrage stellt. Genau daraus entsteht der Zugang, mit dem wir Österreich international als Kultur- und Kulinarikland positionieren“, sagt Sandra Stichauner, Chief Marketing Officer der Österreich Werbung.
Drei Kreative aus Küche, Patisserie und Schokoladenmanufaktur lassen sich von Gustav Klimt, Wolfgang Amadeus Mozart und Hermann Nitsch inspirieren. Aus Werk und Haltung der drei entstehen drei kulinarische Interpretationen, die eigens für „eatArtists“ geschaffen wurden.
Drei Geschichten stehen im Mittelpunkt: Sophia Stolz begegnet Gustav Klimt im Belvedere und antwortet mit essbaren Kompositionen auf seine Bildwelt. Paul Ivić nähert sich Hermann Nitsch zwischen Mistelbach und Schloss Prinzendorf über Intensität mit vegetarischer Küche an. Julia Zotter und Philip Rachinger folgen in Salzburg der Schaffenskraft Mozarts und entwickeln daraus ein neues kulinarisches Souvenir.

Inspiriert von Klimt, Mozart und Nitsch

Mit „eatArtists“ werden keine Kunstwerke auf den Teller kopiert, sondern die Künstelr*innen greifen die Haltung der drei Künstler auf. Klimt stellte sich gegen den etablierten Wiener Kunstbetrieb, Mozart löste sich vom Salzburger Hof und Nitsch ließ in seinem Orgien-Mysterien-Theater Malerei, Musik und Ritual zusammenfallen. Diesen Mut zum Bruch mit Konventionen findet die Kampagne heute in einer Generation österreichischer Kulinarik-Persönlichkeiten wieder, die Tradition als Ausgangspunkt und nicht als Vorgabe versteht.

Paul Ivic, Kuechenchef des Restaurants Tian praesentiert ein farbenfrohes Gericht im Nitsch Museum Mistelbach, Foto: Oesterreich-Werbung; Fotografin Laura Vifer, Urheber-Gemaelde: Hermann Nitsch

Paul Ivić, Küchenchef des vegetarischen Wiener Restaurants „TIAN“, setzte sich mit dem Werk von Hermann Nitsch auseinander und stellt mit seinem Gericht Farben und Formen der Natur in den Mittelpunkt, nicht die bekannten Blutbilder von Nitsch.
„Da mich Nitschs Gemälde sehr faszinieren, ist es mir relativ leichtgefallen, mich in seine Werke hineinfallen zu lassen und seine Farbwelten in meiner Küche aufzugreifen. Die eigentliche Herausforderung für mich war aber, dem gerecht zu werden, was hinter seinen Bildern steckt, und genau diese Gedankenwelt in meinem Gericht spürbar zu machen“, sagt Paul Ivić und verwendet drei Basisprodukte in seinem kulinarischen Werk: Ei, Kartoffel und Zwiebel.

Die Wiener Cake Artist Sophia Stolz gestaltet essbare Skulpturen für internationale Modehäuser. Für „eatArtists“ übersetzt sie „Der Kuss“ in eine Tortenskulptur aus Schokoladentorte, Zuckerblumen und Goldornamenten (siehe Titelfoto).

Hier am Residenzplatz zeigen Julia Zotter und Philip Rachinger ihre Neuinterpretation der Mozartkugel, Foto: Oesterreich-Werbung, Laura Vifer

Julia Zotter, seit März 2026 Chefin der steirischen Schokoladenmanufaktur Zotter, und Philip Rachinger vom „Ois im Mühltalhof“ in Neufelden nehmen die Mozartkugel auseinander. Neu zusammengesetzt wird sie zur rauchenden Zuckerglaskugel mit Sauerkirsche und Schoko-Lebermousse.

Tourismusmagnet

Das alles macht Appetit auf Österreichs Kreativität und vielfältigen Erlebnismöglichkeiten. Diese aktuelle Kampagne „eatArtists“ verspricht zu einem weiteren Tourismusmagneten zu werden, denn besser kann man Kunst, Kultur und Kulinarik des Landes wohl nicht verbinden.

Also ein ganz besondere Tipp für unsere Leser*innen: reiselustige Feinschmecker, die Kunst, Kultur und Kulinarik auf ihren Reisen intensivst verknüpfen.

Fakten zu den Beteiligten

Paul Ivić, „TIAN“, Wien: ein MICHELIN Stern, vier Gault&Millau-Hauben, 96 Falstaff-Punkte
Sophia Stolz, Cake Artist, Wien
Julia Zotter, Zotter Schokoladen, Riegersburg
Philip Rachinger, „Ois im Mühltalhof“, Neufelden: zwei MICHELIN Sterne, vier Gault&Millau-Hauben, 96 Falstaff-Punkte

Titelfoto:Cake-Artist Sophia Stolz mit ihrer Tortenkreation vor „Der Kuss“ von Gustav Klimt im Belvedere, Oesterreich-Werbung, Laura Vifer