AktuellesFoodtrends

Deftig und regional – Knieperkohl

Nördlich von Berlin, in der Prignitz, feiert jährlich Mitte November ein ganz besonderes regionales Produkt den Start in die Saison: der Knieperkohl. War diese besondere Kohlart vor Jahrzehnten nur in der Gegend bekannt, weitet sich der Siegeszug des regionalen Produktes immer mehr aus, jedenfalls bei all Denen, die es in den kalten Jahreszeiten kulinarisch deftig und gesund lieben. Gab es in den vergangenen Jahren Märkte und Restaurants, die zahlreiche Knieperspezialitäten in verschiedensten Variationen anboten, ist es in diesem Jahr anders. Immer noch sind die Restaurants geschlossen und die aktuellen CORONA Zahlen weisen kaum auf eine Veränderung hin. Home cooking ist weiterhin angesagt oder „Knieperkohl to Go“.

Rarität in Brandenburg – der blaue Markstammkohl
Knieper; Foto: ©-Tourismusverband-Prignitz-e.V.-Jens-Wegner-Fotografie

Der nur in dieser Region, der Prignitz, produzierte Knieperkohl besteht aus drei Kohlsorten: Weißkohl,  blauer Markstammkohl und Grünkohl. Die Besonderheit des Kohls  ist der blaue Markstammkohl, der selbst in Brandenburg eine Rarität ist. Zuerst werden die Kohlsorten zerkleinert und gemischt, dann gekocht und danach schichtweise mit Salz und Weinreben in Steinguttöpfe eingestampft. Je nach Umgebungs-temperatur vergärt der Kohl in vier bis zehn Wochen milchsauer und kann dann weiter zubereitet werden. Für diese Saison 2020 stehen mehr als zwölf  Tonnen Knieperkohl bereit, wobei für diese Menge ungefähr 20 Tonnen Weißkohl, zehn Tonnen Grünkohl und eine Tonne Markstammkohl benötigt wurden. Der Knieperkohl ist ähnlich dem Sauerkraut und hat einen ganz besonderen Geschmack.

Knieperkohl als Spezialität

Knieper, Foto: ©-Tourismusverband-Prignitz-e.V.-Jens-Wegner-FotografieEs gibt die unterschiedlichsten Rezepturen für die Weiterverarbeitung des Kohls, und jedes Restaurant in der Prignitz bietet die Kohlspezialität  mit seinem eigenen Geheimrezept an. Zu einem traditionellen Kniepergericht gehören viel Schmalz und deftiges Fleisch wie Eisbein, Kohlwurst, Knacker oder Kassler. Für diese Saison kreierten die Handwerksmetzger aus der Prignitz, aus Pritzwalk, die Knieperkohlbratwurst, die ebenfalls hervorragend zum deftigen Kohl und in die Jahreszeit passt. Da die offizielle Kniepersaisoneröffnung durch die andauernde Pandemie ausfällt und die Knieperkohl-Gerichte nicht auf Märkten und in den Restaurants  probiert werden können, bieten aber ab 19. November in Pritzwalk  die Knieperkohl-Produktionsfilialen ihren Kohl zum Mitnehmen an. Als fertiges Gericht Knieperkohl mit Kassler und Kohlwurst oder Knieperkohl für die weitere Verarbeitung zu Hause. Ohne  in der jetzigen Zeit in die Prignitz fahren zu müssen, ist der Kohl auch online erhältlich: www.dieneudorfer.de

 

Hier ein Rezept, das lohnt, auszuprobieren:

1,5 kg Knieperkohl
100 g Schweineschmalz
3 Zwiebeln
200 ml Gemüsebrühe
1-2 Lorbeerblatt
2 Stück Kassler
etwas Pigment Zucker Pfeffer und Salz

Zubereitung
die Zwiebeln schälen und in kleine Stücke schneiden mit dem Schweineschmalz in einem Topf anbraten
den Knieperkohl und die Brühe zu gießen
mit Salz Pfeffer Lorbeer Pigment und Zucker würzen
Kassler zu geben und bei kleiner Hitze zugedeckt auf dem Herd ca. 1,5 Stunden köcheln

 

 

Artikelfoto: Knieperernte;  Fotos: ©-Tourismusverband-Prignitz-e.V.-Jens-Wegner-Fotografie