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Ivo Pogorelich mit neuem Chopin Album

Piano Noten

Der große, bedeutende und faszinierende Ivo Pogorelich ist mit einem neuen Album zurück. In der jüngeren Vergangenheit konzentrierte er sich in seiner beispiellosen künstlerische Laufbahn auf Konzerte, veröffentlichte keine Alben. Jetzt, nach über 20 Jahren, spielteder 63 jährige wieder sein erstes Chopin-Album ein. Dabei verbindet den Pianisten mit dem  Komponisten Ursächliches. Mit seinen eigenen Chopin-Interpretationen und der Begeisterung der Jury des Warschauer Chopin-Wettbewerbes 1980 gelang Pogorelich, damals 22 Jahre; sein internationaler Durchbruch.

Ausgewählt hat er Werke aus den 1840er Jahren und damit aus dem letzten Lebensjahrzehnt des großen Polen. Dazu gehören die zwei Nocturnes op. 48, die beiden Nocturnes op. 62, die Fantasie op. 49 sowie Chopins dritte und letzte Klaviersonate op. 58. An diesen Werken bewundert Pogorelich die Fähigkeit Chopins, das Klavier als Zugang zur Seele des Menschen zu verwenden: „Chopin spricht eine offene Einladung aus, in die Psychologie des Menschen vorzudringen. Konkret ist es eine Einladung zu einer immerwährenden Suche und Erkundung aller Möglichkeiten, die das Klavier als Instrument bietet. Dies ist ein nie endender Prozess und wird auch in Zukunft neue Generationen von Künstlern herausfordern.“ Der gebürtige Kroate schlägt mit seinem Recital den Bogen von der kleinen Form über die fulminante Fantasie hin zur großen, viersätzigen Sonatenform. Die zwei Nocturnes besitzen bei Pogorelich trotz ihres lyrischen Zaubers auch eine packende Spannung und Dramatik. Die Fantasie in f-Moll op. 49 ist geprägt von düsterer Zerrissenheit. Zugleich spiegelt sich in ihr das große improvisatorische Können wider, für das Chopin vom Publikum gefeiert wurde

Pogorelich zeigt seine ja eigenwillige Interpretationen, für die er bekannt ist, sehr deutlich auf diesem Album. Der „Start“ der  3. Sonate geschieht langsam, schon fast verschleppt. Aber es bleibt die Spannung auf seine weitere Interpretation. Deutet seine Spielart darauf hin, einen neuen Sonatentypus zu kreieren? Das Album schafft Aufmerksamkeit und Nachenklichkeit.
Es bleibt das Album eines großen Pianisten, der mit seiner ganz individuellen künstlerischen Sichtweise Frédéric Chopin ehrt.

Nocturne Nr. 13 c-moll op. 48 Nr. 1
Nocturne Nr. 18 E-Dur op. 62 Nr. 2
Fantasie f-moll op. 49
Sonate für Klavier Nr. 3 h-moll op. 58
1. Allegro maestoso
2. Scherzo: Molto vivace
3. Largo
4. Finale: Presto non tanto

 

Chopin – Ivo Pogorelich
Sony Classical
Nr. 19439912052

 

 

 

Artikelfoto: Klavier Noten, Foto: Pixabay License