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Junge Impulse aus dem Staatsballett Berlin

Es sind einige Impulse, die von dem Ballettabend LAB_WORKS 2022 in Berlin ausgingen. Ein Ansatz für das Ballett von Morgen. Gezeigt wurden gelungene, künstlerisch neue Möglichkeiten. Getanzte Chancen für Überlegungen in Richtung neuer Orientierungen.
Vier junge Choreograph:innen und elf junge Bühnentänzer:innen zeigten konkret an IHREM Abend wie ihre Vorstellungen von Ballett der Zukunft aussieht: qualitativ hohe tänzerische Leistung im Zusammenspiel mit Musik und Rhythmus, von Klassik bis Hipp Hopp und modernen, reduzierten Bühnenbilder und Kostümen.

LAB-WORKS 2022

LAB-WORKS 2022 war der Abend dieser jungen Leute, die nach ihrem zehnmonatigen Weiterbildungsprogramm des Staatsballett auf großer Bühne ihre Ergebnisse vorstellten.
Die kommissarische Intendantin des Staatsballetts, Christiane Theobald, sieht das Enhance Mentorship Programme für die Fellows als Brücke von der abgeschlossenen Ausbildung in das Berufsleben. Seit September 2021 wurden zusammen mit Compagnie-Mitglieder:innen Erfahrungen ausgetauscht, Ideen entwickelt und geprobt und immer wieder geprobt, zeigt das eingespielte Video.

„Oh Captain“ von Johnny McMillans, Foto: gab

Im Ergebnis kommen vier Stücke zur Aufführung, die die Vielfalt inhaltlich sowie der choreographischen und tänzerischen Möglichkeiten aufzeigen.

Vier neue Choreographien aus der Comagnie

Klassischer Spitzentanz und klassische Musik kommen zum Einsatz, wenn Prüfungen des in sich getrennten Liebespaares Amelia und Michael – angelehnt an die griechischen Mythologie – bestanden werden müssen: „Children of the Night“ von Alexander Abdukarimovs
Das Thema Mann in „Oh Captain“ von Johnny McMillans spielt mit allen Varianten der Männlichkeit: Gruppendynamik, Individualität und Zärtlichkeit begleitet von rhythmischer Musik, zu der sich die acht Tänzer in der Auflösung der Gruppe fast mechanischen bewegen.

In „This too shall pass“ von Vivian Assol Koohnavard vermitteln neun Tänzerinnen in ihren bunten 70er Jahren Kostümen zu iranischer Rockmusik aus der Hippizeit Fröhlichkeit, bis zum hier getanzten Umbruch der islamischen Revolution aus weiblicher Perspektive.
Choreograph Arshak Ghalumyan ließ sich zur „Die Nacht“ von der Skulptur von Georg Kolbe, die im Haus des Rundfunks steht, inspirieren. Jeder der Tänzer:innen bekommt eine Chance, seine individuellen Stärken zu präsentieren. Und so treten klassische Balletttänzerinnen und Breaktänzer nebeneinander auf, begleitet von 9 Spiegeln, die ihr Tun reflektieren. „Die Idee des Stücks beruht auf meinem Auftrag, die junge Generation auf dem Weg in die Zukunft zu begleiten…“.

Das ist Arshak Ghalumyan als künstlerischer Leiter des gesamten Abends und dem Enhance Mentorship Programme gelungen.
In der Pause spannte sich symbolhaft ein Regenbogen, von der Komischen Oper Berlin, (Aufführungsort von LAB_WORKS 2022) in die Welt.

Weitere Aufführungen 20. und 22. Juni 2022

Staatsballett Berlin
Komische Oper

 

 Artikelfoto: „Die Nacht“ Choreograph Arshak Ghalumyan, Foto: gab